Harmonische Farbbeziehungen
gedruckt am 04. Feb. 2012
“Die Erfahrung lehrt, dass gewisse Zusammenstellungen von Farben angenehm, andere unangenehm oder gleichgültig wirken. Es entsteht die Frage, wovon dies abhängt. Die Antwort lautet: angenehm wirken solche Farben, zwischen denen ein gesetzmäßiger Zusammenhang, d.h. eine Ordnung besteht. Fehlt ein solcher, so wirken sie unangenehm oder gleichgültig. Angenehm wirkende Farbgruppen nennen wir harmonisch.” (Wilhelm Ostwald, Farbentheoretiker, aus: J.Itten, S 20)
Der Farbe-An-Sich-Kontrast
Alle Farben werden in ihrer stärksten Leuchtkraft verwendet. Die Wirkung ist immer bunt, laut, kraftvoll, entschieden. Dieser Kontrast ist der einfachste der Farbkontraste, es wird keine qualitative Beziehung zwischen Farben hergestellt. Es besteht ein expressiver – kein harmonischer – Farbkontrast.
Interessante Ergebnisse erzielt man durch die Verwendung einer Hauptfarbe, die anderen Farben werden nur in geringen Mengen (Quantitätskontrast) eingesetzt.
Der Farbe-an-sich-Kontrast wird sehr stark in der Volkskunst, der Buchmalerei, der Glasmalerei, und in Strömungen der modernen Kunst (Picasso, Kandinsky, Miro) verwendet.
Der Hell-Dunkel-Kontrast
Verschiedene Helligkeitsstufen einer Farbe stehen miteinander in Beziehung
Bild: Hell-Dunkel-Kontrast (1) Hell-Dunkel-Kontrast (2)
Komplementär-Kontrast
Betrachten wir einige Zeit ein farbiges Quadrat und schließen dann die Augen, so erscheint uns als Nachbild ein Quadrat in der Komplementärfarbe. (Sukzessivkontrast)
Stellen wir in ein farbiges Quadrat ein graues Quadrat gleicher Helligkeit, so erscheint das Grau getönt durch die Komplementärfarbe. (Simultankontrast)
Bild: Simultan-Kontrast (1) Simultan-Kontrast (2)
Diese beiden Beobachtungen lassen den Schluss zu, dass unsere Augen Gleichgewicht herstellen und im Gleichgewicht sind, wenn Komplementärfarben in Beziehung zueinander stehen. Physikalisch ergänzen sich Komplementärfarben auf Weiß (Spektralfarben) bzw. auf Grauschwarz (Pigmentfarben).
Dieses Komplementärfarben-Gesetz kann in mehrer Hinsicht bei der Verwendung von Farbkontrasten Anwendung finden:
• Verschiedene Graumischungen zu einer Farbe spielen mit dem Simultankontrast
• Zwei Komplementärfarben werden verwendet
• Komplementärfarben mit dazwischen liegenden “vermittelnden” Graustufenmischungen
Da die Farben auf Bildschirmen digitale Codes haben, kann man Farbcodes von Farben, die in harmonischen Beziehungen stehen, berechnen: Siehe Programmieren von harmonischen Farbcodes

